Am Wasserhahn-Ende des Schlauchs schaut man als erstes hin, wenn etwas tropft. Das andere Ende – dort, wo die Brause oder Düse sitzt – wird oft übersehen. Dabei ist die Verbindung zwischen Schlauch und Brause eine genauso häufige Leckstelle wie der Anschluss am Hahn. Manchmal sogar häufiger, weil sie stärker beansprucht wird: Man hält die Brause in der Hand, dreht sie, zieht daran, winkelt sie ab – die Verbindung muss das alles mitmachen.
Wenn es dort tropft, ist das Muster oft dasselbe wie am anderen Ende – aber mit ein paar Besonderheiten, die es wert sind, sie separat zu betrachten.
Wo genau tropft es?
Das klingt nach einer banalen Frage, aber sie ist entscheidend. Denn „die Brause tropft“ kann mehrere verschiedene Dinge bedeuten:
Es tropft am Übergang zwischen Schlauch und Brause – also genau an der Schraubverbindung oder Kupplungsstelle. Das ist die klassische Leckstelle und in fast allen Fällen ein Dichtungsproblem.
Es tropft aus dem Brausenkopf selbst, wenn das Wasser abgedreht ist – das ist ein Ventilproblem in der Brause, kein Verbindungsproblem. Hier liegt die Ursache im Inneren der Brause.
Es tropft an der Seite der Kupplung – wenn die Brause über eine Schnellkupplung angeschlossen ist und es seitlich aus der Kupplung austritt, sitzt das Problem im Kupplungsmechanismus, nicht in der Brause.
Für diesen Artikel geht es um die erste Variante: das Tropfen direkt an der Verbindungsstelle zwischen Schlauch und Brause.
Die häufigsten Ursachen
Verschlissene Dichtung im Brausenanschluss. Auch hier – wie am Wasserhahn – sitzt eine kleine Gummidichtung im Gewinde oder Kupplungseingang. Diese Dichtung ermüdet durch ständiges Auf- und Abschrauben, durch Verdrehen der Brause während der Benutzung und durch UV- und Hitzebelastung. Wenn sie hart geworden ist oder schief sitzt, dichtet sie nicht mehr vollständig ab.
Mechanische Belastung durch Benutzung. Der Unterschied zur Wasserhahn-Seite ist folgender: Die Brause wird aktiv bewegt. Beim Gießen dreht man, zieht, bückt sich – die Verbindung am Brauseneingang steht unter ständig wechselnder Belastung. Das beschleunigt den Verschleiß der Dichtung und der Kupplung spürbar im Vergleich zur ruhig sitzenden Verbindung am Hahn.
Schlauchende ist zu hart oder zu kurz eingesteckt. Wenn die Brause mit einer Steckkupplung am Schlauch sitzt und das Schlauchende nicht weit genug in die Kupplung reicht oder durch Alterung zu steif geworden ist, um gleichmäßig anzuliegen – tropft es genau dort. Das Schlauchende kann durch kurzes Einweichen in heißem Wasser wieder geschmeidig gemacht werden.
Was jetzt hilft
Bei einer Schraubverbindung: Brause abschrauben, Dichtung prüfen. Wenn sie hart, verformt oder gar nicht mehr vorhanden ist – ersetzen. Neue Dichtung einsetzen, Brause handfest aufschrauben. In vielen Fällen ist das alles, was nötig ist.
Wenn die Dichtung neu ist und es trotzdem tropft: Gewindedichtband zusätzlich verwenden. Zwei bis drei Lagen PTFE-Band ums Außengewinde, dann die Brause aufschrauben. Das dichtet auch dann zuverlässig ab, wenn das Gewinde leicht unregelmäßig ist.
Bei einer Schnellkupplung: Den O-Ring im Kupplungseingang prüfen. Wenn er trocken oder verformt wirkt, etwas Silikonspray einsprühen und die Brause erneut einstecken. Wenn das nichts bringt, ist der O-Ring zu tauschen – oder die Kupplung selbst zu ersetzen, wenn sie sich nicht öffnen lässt.
Ein Erfahrungswert aus der Praxis
Was viele nicht bedenken: Brausen und Düsen werden oft mit zu viel Kraft aufgeschraubt. Der Gedanke dahinter ist verständlich – fest = dicht. Aber zu fest angezogene Verbindungen verformen die Dichtung, und eine verformte Dichtung dichtet schlechter als eine plan sitzende. Handfest ist die richtige Stärke, nicht so fest wie möglich.
Wer bei seiner Brause regelmäßig das Problem hat, dass die Verbindung nach einer Saison wieder undicht wird, sollte auch die Brause selbst in Betracht ziehen. Manche günstigen Brausen haben innen eine sehr dünne, weiche Dichtung, die sich nach wenigen Saisons komplett verformt hat. In dem Fall lohnt sich der Griff zu einer robusteren Brause mit ordentlicher interner Dichtung – der Schlauch ist selten das Problem.
